Personen der Friedensbewegung:

Bertrand Russell

  • Bertrand Arthur William Earl Russell
  • britischer Pazifist und Friedensaktivist
  • Philosoph und Mathematiker
  • Gründer der Bertrand Russell Peace Foundation und der Russell-Tribunale
  • Nobelpreis für Literatur 1950
  • * 18.5.1872 in Trelleck
  • + 2.2.1970 in Play Penrhyn

Russell studierte am Trinity College an der Universität Cambridge, wo er später auch lehrte.

1902
In den "The Principles of Mathematics" versucht er, der Mathematik einen exakten wissenschaftlichen Rahmen zu geben. Das macht ihn schlagartig berühmt.

1910-1913
Die "Principia Mathematica" (3 Bde.) entstanden aus der achtjährigen Zusammenarbeit mit dem britischen Philosophen und Mathematiker Alfred North Whitehead.

1919 verhaftet
Im 1. Weltkrieg verurteilt Russell als Vertreter eines radikalen Pazifismus öffentlich beide Seiten; er wird für seine Kritik am britischen Empire verhaftet und von seinem Lehrstuhl in Cambridge enthoben. Im Gefängnis schreibt er seine "Introduction to Mathematical Philosophy" (Einführung in die mathematische Philosophie). Nach dem Krieg besucht Russel die Sowjetunion; sein Buch "Practice and Theory of Bolshevism" (1920) gibt seiner Enttäuschung über die Art des dort praktizierten Sozialismus Ausdruck.

1921 und 1922
Lehrstuhl an der Universität Peking.

1928 bis 1932
Leitet in England eine Privatschule.

1938 bis 1944
Lehrt an verschiedenen Bildungseinrichtungen in den USA. Wegen seiner religionskritischen Schriften, darunter "What I Believe" (1925, Was ich glaube) und seiner Verteidigung der sexuellen Freiheit in "Manners and Morals" (1929) wird ihm die Lehrbefugnis für das College of the City of New York vom New York Supreme Court verweigert.

1944
Russell kehrt abermals nach England zurück und wird wieder in das Trinity College aufgenommen. Zwar unterstützt Russel nun das Eingreifen der Alliierten im 2. Weltkrieg, doch wird er zu einem leidenschaftlichen und aktiven Gegner der atomaren Rüstung.

1949
Verleihung des Verdienstordens von Georg VI.

1950
Erhält den Nobelpreis für Literatur.

Ende der fünfziger Jahre
avanciert er zum Führer einer Bewegung, die die einseitige atomare Abrüstung befürwortete. Im Alter von 89 Jahren wurde er nach einer Antiatomdemonstration nochmals verhaftet. Er stirbt am 2. Februar 1970.

Beiträge Russels:
In den "Principia Mathematica" (3 Bde., 1910-1913) legten Russel und Whitehead dar, dass die Mathematik mit Hilfe der Begriffe der allgemeinen Logik ausgedrückt werden kann; das Buch wurde zu einem Meisterwerk rationalen Denkens. In "The Problems of Philosophy" (1912, Probleme der Philosophie) beschäftigte sich Russell auch mit Fragen der Soziologie, Psychologie und Physik, um gegen einen Idealismus vorzugehen, der Gegenstände und Erfahrungen als Produkte des Intellekts begriff. Russell hingegen wollte nachweisen, dass alle Gegenstände, die von den Sinnen wahrgenommen werden, eine ihnen innewohnende Realität haben, die vom Geist unabhängig existiert.

Neben seinem Frühwerk lieferte Russell einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des logischen Positivismus. Der bedeutende österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein, der bei Russell in Cambridge studierte, war stark von dessen ursprünglicher Vorstellung des so genannten logischen Atomismus beeinflusst. Mit seiner Suche nach dem Wesen und den Grenzen des Wissens trug Russell wesentlich zur Renaissance des Empirismus als Erkenntnistheorie bei. In "Our Knowledge of the External World" (1926) und "Inquiry into Meaning and Truth" (1962) versuchte er, alles Tatsachenwissen als aus unmittelbarer Erfahrung gewonnen zu erklären.

Zu seinen weiteren Werken zählen "The ABC of Relativity" (1925, Das ABC der Relativitätstheorie,), "Education and the Social Order" (1932), "A History of Western Philosophy" (1945, Philosophie des Abendlandes), "The Impact of Science upon Society" (1952), "My Philosophical Development" (1959, Philosophie. Die Entwicklung meines Denkens,), "War Crimes in Vietnam" (1967) und "The Autobiography of Bertrand Russell" (Die Autobiographie des Bertrand Russel, 3 Bde., 1967-1969).



Siehe Wikipedia: » Bertrand Russell

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