06.10.2017

ICAN wird geehrt - Friedensnobelpreis für Kampf gegen Atomwaffen

"Der Präsident im Weißen Haus selbst ist der irrationale Akteur, er ist der Hasardeur, vor dem es sich zu schützen gilt",.

Das das norwegische Nobelkomitee in Oslo Das gab das norwegische Nobelkomitee in Oslo gab bekannt, dass von 318 Anwärtern, der Friedensnobelpreis 2017 die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (ICAN) bekommt.

Für ihren Kampf gegen Atomwaffen wird die "International Campaign to Abolish Nuclear Weapons" (ICAN) mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Die Jury lobte "ihre Arbeit, Aufmerksamkeit auf die katastrophalen humanitären Konsequenzen von Atomwaffen zu lenken", sagte die Komitee-Vorsitzende Berit Reiss-Anderson. ICAN habe sich bahnbrechend um ein vertragliches Verbot solcher Waffen bemüht.

Der diesjährige Friedensnobelpreis sei auch ein Aufruf an alle Atommächte, "ernsthafte Verhandlungen" mit dem Ziel einer schrittweisen und "sorgfältig überprüften Vernichtung" der fast 15.000 Atomwaffen in der Welt zu beginnen, hieß es zur Begründung.


Bündnis aus 450 Gruppen

ICAN ist ein Bündnis aus 450 Friedensgruppen und Organisationen, die sich seit Jahren für Abrüstung engagieren. Vor zehn Jahren kamen sie zusammen, um sich gemeinsam für einen Vertrag gegen Atomwaffen einzusetzen. Treibende Kraft waren nicht Regierungen, sondern Zehntausende Aktivisten in mehr als 100 Ländern.

Im Juli 2017 wurde das Vertragswerk unterzeichnet - wir berichteten darüber am 18.7.2017. Vermutlich dauert es bis Ende nächsten Jahres bis mindestens 50 Staaten das Vertragswerk unterzeichnet haben. Bis jetzt hat leider keines der Atomländer den Vertrag unterzeichnet. Außenminister Siegmar Gabriel begrüßte das Vertragswerk, jedoch Deutschland und andere NATO-Mitglieder argumentieren, dass der Vertrag nicht mit ihrer Mitgliedschaft in dem Militärbündnis vereinbar sei.

Zu den ICAN-Mitgliedern gehören unter anderem der Internationale Gewerkschaftsbund,aus Deutschland das Forum Friedensethik (FFE) der Evangelischen Landeskirche in Baden und die internationale Juristenvereinigung gegen Atomwaffen, um nur einige zu nennen. HJR

Hier noch eine Meldung der Süddeutschen Zeitung zum Thema:

"Die Botschaft ist nicht, dass Abrüstungsaktivisten den Friedensnobelpreis erhalten haben. Die eigentliche Nachricht ist, dass der amerikanische Präsident just im gleichen Augenblick den einzigen Weg zur Eindämmung der nuklearen Gefahr zertrampelt und zerstört. Der Hüter eines der größten Nukleararsenale auf der Welt ignoriert in einem gefährlichen Moment der Geschichte alle Lehren aus der Vergangenheit und treibt Schindluder mit seiner Macht. Statt Amerikas Verhandlungskraft mit dem Ziel einer nuklearen Balance und einer Reduzierung der Arsenale einzusetzen, zerreißt er das Nuklearabkommen mit Iran und sendet damit eine verheerende Botschaft in die Welt: Der Präsident im Weißen Haus selbst ist der irrationale Akteur, er ist der Hasardeur, vor dem es sich zu schützen gilt",.....

Quelle: ARD vom 7.10.2017, SZ vom 7.10.2017
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