23.08.2017
Mütter der Plaza de Mayo: 40 Jahre Suche nach den Verschwundenen der Militärdiktatur

Die Mütter geben den "Verschwundenen" ein Gesicht und rufen sie stetig in Erinnerung.

Buenos Aires/Berlin. Die Menschenrechtsorganisation Madres de Plaza de Mayo feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Seit der ersten Versammlung am 30. April 1977 suchen die Mütter ihre Kinder und Verwandten, die in den 1970er und 1980er Jahren in Argentinien auf Befehl der machthabenden Militärs entführt, gefoltert und ermordet wurden. Bis heute demonstrieren sie jeden Donnerstag vor dem Regierungssitz in Buenos Aires.


Foto: Collage Wikipedia

Mit einem Straßenzug, Kundgebungen und Konzerten erinnerten die Mütter an vier Jahrzehnte des Mobilisierens für die Aufarbeitung der Vergangenheit, gegen das Vergessen der Opfer und gegen die Straflosigkeit der Täter, berichtet heute das Lateinamerika-Portal amerika21. "Unsere Kinder sind jeden Donnerstag auf dem Platz präsent. Wir bleiben hier. Wir kämpfen gemeinsam weiter", sagte die 87-jährige Nora Cortiñas von den "Madres de Plaza de Mayo, Línea Fundadora" anlässlich der Gedenkfeier. Ihr Sohn Gustavo Cortiñas verschwand am 15. April 1977. Sie erneuerten die Forderung nach Einsicht in die Akten der Diktaturzeit und die Anerkennung der 30.000 Entführten und Ermordeten. Diese Opferzahl wird aktuell von hohen Regierungsvertretern der Verwaltung von Präsident Mauricio Macri heruntergespielt. Der Beitrag der Mütter zur Aufarbeitung der Menschenrechtsverbrechen wird heute vom wesentlichen Teil der argentinischen Gesellschaft anerkannt. Die Mütter geben den "Verschwundenen" ein Gesicht und rufen sie stetig in Erinnerung. Die ersten 14 Frauen vereinigten sich an jenem Donnerstagnachmittag Ende April 1977 auf der Plaza de Mayo, nachdem jede allein erfolglos über die Behörden versucht hatte, ihre Angehörigen aufzufinden, so amerika21. Damals waren Demonstrationen streng verboten. Um nicht von den Polizisten vom Platz verbannt zu werden, liefen sie fortan schweigend im Kreis. Schnell waren es hunderte Mütter, die sich mit ihren weißen Kopftüchern anschlossen.

Die vollständige Meldung des Lateinamerika-Portals amerika21 finden Sie heute unter: https://amerika21.de/2017/05/175715/40-jahre-madres-plaza-de-mayo

Quelle:
https://amerika21.de/2017/05/175715/40-jahre-madres-plaza-de-mayo
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