06.01.2017

Sie verschweigen die Ursachen der Fluchtbewegungen

Sie verschweigen die Ursachen der Fluchtbewegungen

Wenn es ans Eingemachte geht, dann reagieren die verantwortlichen Politiker mit administrativen Maßnahmen zur Einschränkung des Rechtes auf Asyl und die soziale Prävention und Integration bleibt auf der Strecke. Statt sich auch einmal über die Ursachen der Fluchtbewegung nach Europa Gedanken zu machen herrscht hier totale Funkstille. Dass die Jahrzehnte lange verschärfte Ausbeutung der Drittländer letztendlich in diesen Ländern zu sozialen Spannungen führt und im Krieg zwischen den von den Geheimdiensten angestachelten Ethnen endet, kein Wort. Warum auch; der Westen, einschließlich Russland liefert Waffen in diese Gebiete, zwar nicht direkt, aber auf Umwegen gelangen schließlich diese Waffen an die Kämpfer in den Krisengebieten. Unser Wohlstand, jedenfalls der Wohlstand im Besonderen einiger basiert auf der Einstellung zu Waffenexport und Aneignung von Rohstoffen in Drittländern.

Ein Teil jener Menschen, die sich diesen Terror Krieg und Zerstörung nicht hingeben wollen und ihrer Lebensgrundlagen entgehen und beraubt wurden, suchen den Weg nach Europa und das mit Recht um sich das zurückzuholen, was ihnen genommen wurde.HJR.

Dazu die Frankfurter Rundschau:

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU beklagt: "Themen wie soziale Prävention, Integrationshilfe, Abbau von Armut und Förderung von Lebensperspektiven tauchen in öffentlichen Diskussionen viel zu wenig auf. Stattdessen geht es fast nur um technische Vorkehrungen und verfassungswidrige Maßnahmen: Überwachung, Abschiebung, Abweisung an der Grenze. Falsch ist auch die Annahme, dass soziale Prävention wenig nützt. Denn langfristig ist sie effektiver als noch mehr Technik. Wer seinem Leben einen positiven Sinn geben kann, wird dem Destruktiven widerstehen. Wer aber in diesen Tagen über die sozialen Ursachen von Terror und Gewalt spricht, wird als realitätsfremd beschimpft".

© Friedensinitiative Bruchsal